Samstag, der ein Feiertag ist. Es kann nichts schlimmeres in dieser Stadt geben. Freitags einkaufen schon ab Mittag unmöglich, als wäre der Krieg ausgebrochen. Samstag dann die Zombie-Panik-Attacke auf die offenen Billashops an den Bahnhöfen. Leere Milchregale so weit das Auge reicht. Schlangen über Schlangen. Verschwitzte Mitarbeiter schaufeln die letzten Reste zum Verkauf aus dem Lager.
Wann bitte, wann bekommen wir endlich die Ladenöffnungszeiten, die wir wirklich benötigen? Wir sind glaub ich das einzige Land in der EU, welches so rückständig mit diesem Thema umgeht. Nur Irland könnte noch schlimmer sein.
Und wehe, es kommt jetzt einer mit dem sozialen Schutzaspekt. Dann komme ich mit dem Schwedenmodell. Weil immerhin ist Schweden ja soooo viel besser in allem, die machen es ja wirklich richtig. Sagen uns unsre linken Politiker immer. In Schweden haben die Läden jeden Tag so zwischen 8 und 10 offen. Ohne daß es für die Angestellten ein Problem wäre.
Es ist untragbar für einen 45h-Woche-Angestellten wie mich, der noch dazu Single ist, bescheuerte Öffnungszeiten in den Läden zu haben und dann noch teure Lebensmittel. Ich will meine verdammten Cornflakes auch dann in Ruhe einkaufen können, wenn ich erst zu Hause draufkomm, daß ich sie vergessen habe. Und nicht mit Nichts am Tisch mich nur ärgern müssen.
Leute in der Politik, kapiert es doch endlich, die Parolen der Siebziger haben ausgedient. Wir wollen flexibel sein, wir wollen uns die Nächte um die Ohren schlagen, die Welt dreht sich entweder mit uns, oder über uns drüber. Also - weg mit dem Ladenschlußgesetz!
F.